30. Oktober 2026
Migrationsassistenten von SAP: Was die KI vorbereitet, muss jemand abnehmen
SAP meldet vier KI-Assistenten für Daten, Test, Custom Code und Konfiguration in Cloud-ERP-Transformationen, zunächst für Early-Adopter-Kunden. Für die Programmleitung ist vor allem die Frage, wer ihre Ergebnisse prüft und freigibt.
Was ist passiert
Im SAP News Center vom 28.10.2026 berichtet SAP, dass vier Migrations- und Modernisierungsassistenten für Datenmanagement, Testmanagement, Custom Code und Geschäftskonfiguration Early-Adopter-Kunden zur Verfügung stehen und laut dem Beitrag bereits in laufenden Cloud-ERP-Transformationsprojekten eingesetzt werden.
Wen betrifft es
Angesprochen sind Unternehmen auf dem Weg zu SAP Cloud ERP und damit die Programmleitung, die Datenmigration, Test und Entwicklung zusammenhalten muss. Der Beitrag beschreibt, dass der Datenmanagement-Assistent Qualitätsprobleme nach geschäftlicher Auswirkung priorisiert und bei Korrekturen automatisiert oder angeleitet unterstützt. Der Testmanagement-Assistent leitet laut SAP aus Geschäftsprozessen, Anforderungen und User Stories Testumfang, Testfälle und die nötigen Testdaten ab. Der Custom-Code-Assistent ordnet für den Wechsel nach SAP Cloud ERP Private Befunde nach Komplexität ein und erzeugt Korrekturen, der Konfigurations-Assistent empfiehlt Einstellungen, wendet sie selbständig an, markiert Abweichungen und führt dabei einen vollständigen Prüfpfad. Weitere Assistenten für Systemanalyse, Projektmanagement und Rollouts sind laut Artikel geplant. Wann die Assistenten über den Kreis der Early-Adopter-Kunden hinaus verfügbar sind und wie sie lizenziert werden, sagt er nicht.
Was ist zu tun
Solange die Assistenten nur Early-Adopter-Kunden offenstehen, würden wir sie nicht als Annahme in Zeitplan oder Budget eines Programms schreiben. Klären lässt sich aber schon jetzt, wie ihre Ergebnisse in die Projektsteuerung passen. Wenn ein Werkzeug Testfälle aus User Stories ableitet, hängt die Qualität der Testfälle an der Qualität dieser Vorlagen; fehlen dort die Sonderfälle, fehlen sie auch im Test. Wenn ein Werkzeug Konfiguration oder Code selbständig ändert, braucht es vorher eine Vereinbarung, wer diese Änderungen fachlich abnimmt und was als abgenommen gilt. Und wenn Datenfehler nach geschäftlicher Auswirkung priorisiert werden, muss der Fachbereich festlegen, welche Auswirkung zählt. Wir würden diese Punkte gemeinsam mit dem Implementierungspartner in Testkonzept und Abnahmeverfahren aufnehmen.
Unsere Einschätzung
Der Beitrag stammt von SAP-Verantwortlichen für Cloud ERP Private, die ABAP-Plattform und Customer Experience und beschreibt die Assistenten aus Sicht des Anbieters; Zahlen zu eingespartem Aufwand oder zur Qualität der Ergebnisse nennt er nicht. Aus großen SAP-Programmen kennen wir Test und Cut-over als die Phasen, in denen sich zeigt, ob Fachbereich, IT und Implementierungspartner dasselbe unter „fertig“ verstehen. Daran ändern Assistenten aus unserer Sicht wenig: Sie können Vorarbeit beschleunigen, aber welcher Prozess vor dem Go-live sicher laufen muss, bleibt eine Entscheidung des Unternehmens. Den Prüfpfad, den der Artikel beim Konfigurations-Assistenten nennt, halten wir für den wichtigsten Hinweis. Wir würden bei jedem Assistenten fragen, ob er nachvollziehbar macht, was er geändert hat und warum – nur dann lässt sich eine Abnahme belastbar begründen.
Quellen
Einordnung von 4Trust zum Stand des genannten Datums; der Anlass ist laut der oben verlinkten Quelle wiedergegeben. Der Beitrag ist eine allgemeine Einschätzung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern entgegen: info@4trust-consulting.com.