03. Oktober 2026
KI-Kosten: Der Token-Verbrauch wird zur eigenen Budgetposition
SAP beschreibt aus dem eigenen Finanzbereich, wie sich die Ausgaben für KI-Token steuern lassen, ohne die Nutzung auszubremsen – mit Zuordnung der Kosten zu den Bereichen und gezielten Grenzen statt pauschaler Drosselung.
Was ist passiert
Im SAP News Center vom 01.10.2026 beschreibt SAP, wie das Unternehmen intern mit den Ausgaben für KI-Token umgeht: Die Kosten werden den Geschäftsbereichen zugeordnet, und als Ursachen für unverhältnismäßig hohen Verbrauch nennt SAP die Konzentration auf wenige Vielnutzer und automatisierte Agenten, eine unpassende Modellauswahl und die unkontrollierte Nutzung von Werkzeugen.
Wen betrifft es
Den CFO-Bereich und die Programmleitung in Unternehmen, die KI-Funktionen in ihre Prozesse aufnehmen. Solange KI ein Experiment mit zentralem Budget ist, fällt der Verbrauch kaum auf. Sobald Assistenten und Agenten in Einkauf, Vertrieb oder Logistik im Tagesgeschäft laufen, entsteht eine Kostenart, die mit der Nutzung schwankt und die in vielen Business Cases bislang als feste Zeile oder gar nicht vorkommt.
Was ist zu tun
SAP zieht aus der eigenen Praxis zwei Schlüsse, die sich übertragen lassen. Erstens: Transparenz kommt vor Präzision – für den Anfang genügt es zu wissen, welche Bereiche und Anwendungsfälle den Verbrauch treiben; das Modell lässt sich verfeinern, sobald Muster sichtbar werden. Zweitens: Wer verbraucht, soll die Kosten auch sehen, und die Frage lautet nicht nur „Was geben wir aus?“, sondern „Was bekommen wir dafür?“. Für ein laufendes SAP-Programm heißt das aus unserer Sicht: verbrauchsabhängige KI-Funktionen im Business Case als eigene, variable Position führen, je Anwendungsfall einen Verantwortlichen benennen und die Annahmen zum Verbrauch nach dem Go-live überprüfen, statt sie aus der Pilotphase fortzuschreiben.
Unsere Einschätzung
Der Beitrag stammt von SAP und beschreibt die eigene Erfahrung; die genannte Zunahme bei der Überprüfung und Umsetzung von Code-Änderungen „im mittleren zweistelligen Prozentbereich“ ist eine Angabe von SAP ohne weitere Aufschlüsselung. Die Richtung halten wir für richtig: Wer nur auf die Kosten je Token schaut, drosselt womöglich genau die Nutzung, die sich lohnt. Für Anwenderunternehmen kommt etwas hinzu, das der Beitrag nicht behandelt: Sie steuern in der Regel nicht den Token-Verbrauch selbst, sondern das, was ihr Vertrag daraus macht – Kontingente, Staffeln, Abrechnungseinheiten. Bevor KI-Funktionen in einen Prozess gehen, gehört deshalb die Frage auf den Tisch, wie der Verbrauch gemessen und abgerechnet wird und wer im Unternehmen diese Zahl monatlich ansieht.
Quellen
Einordnung von 4Trust zum Stand des genannten Datums; der Anlass ist laut der oben verlinkten Quelle wiedergegeben. Der Beitrag ist eine allgemeine Einschätzung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern entgegen: info@4trust-consulting.com.