Cloud, On-Premise oder hybrid: die Entscheidung vor der Transformation
Die Betriebsform ist weniger eine IT-Frage als die Frage, wie viel Standard Sie tragen können und wollen. Wir ordnen die Varianten gegen Ihre Anforderungen ein – ohne eigene Hosting- oder Lizenzinteressen.
Woran Sie merken, dass Sie das brauchen
Die Frage steht typischerweise dann an, wenn
- Sie ohnehin vor der S/4HANA-Umstellung stehen – die Betriebsform wird dann mitentschieden, ob bewusst oder nicht.
- Ihre Hardware oder Ihre Rechenzentrumsverträge auslaufen.
- Ihre IT-Mannschaft kleiner wird, der Betrieb aber nicht einfacher.
- der Konzern eine Cloud-Strategie vorgibt.
Was häufig unterschätzt wird
Der Verzicht auf Anpassungen. In der Public Edition sind Änderungen am Standard nicht vorgesehen; was heute eine Eigenentwicklung löst, muss dort anders gelöst oder aufgegeben werden.
Der Upgrade-Rhythmus: zweimal jährlich, ohne Wahl beim Termin. Beides ist gut beherrschbar, aber eben keine Kleinigkeit – und deshalb ein wichtiger Teil der Entscheidung.
Welche Betriebsform zu Ihnen passt
Drei Varianten stehen zur Wahl – und eine ehrliche Kurzfassung dazu:
Private Edition (RISE with SAP, heute als SAP Cloud ERP Private vermarktet)
Ein System nur für Sie. Eigene ABAP-Entwicklungen bleiben möglich, Sie bestimmen den Zeitpunkt von Upgrades selbst, und der Brownfield-Weg aus ECC steht offen. Das ist der Weg für große Unternehmen mit gewachsener Landschaft, hohem Individualisierungsgrad oder regulatorischen Auflagen.
Public Edition (GROW with SAP)
Sie teilen sich die Plattform mit anderen Kunden, Upgrades kommen zweimal jährlich automatisch, und Erweiterungen laufen über Key-User-Werkzeuge, freigegebene Schnittstellen im Kern und die Business Technology Platform. Deutlich schneller und günstiger – aber nur, wenn Sie den SAP-Standard wirklich übernehmen.
On-Premise
Bleibt überall dort sinnvoll, wo Datenhoheit, Netztrennung oder bestehende Rechenzentrumsverträge es verlangen. Betrieb, Wartung und Upgrades bleiben dann bei Ihnen.
Die ehrliche Kurzfassung: Können Sie den Standard übernehmen, ist Public schneller und günstiger. Können Sie es nicht, kostet der Versuch am Ende mehr als Private von Anfang an. Hybrid heißt in großen Programmen meist: der Kern in der Private Edition oder On-Premise, einzelne Gesellschaften oder Cloud-Lösungen wie IBP oder das Business Network daneben – dann entscheidet die Integration mehr als die Betriebsform.
Was für diese Entscheidung den Ausschlag gibt
- Ausschlaggebend ist, was an Eigenentwicklungen in Ihrem System steckt und wie viel davon wirklich genutzt wird. Daran entscheidet sich, ob der Standard der Public Edition für Sie reicht.
- Dazu kommen die Auflagen, über die Sie nicht verhandeln können: Datenhoheit, Netztrennung, laufende Verträge für Ihr Rechenzentrum.
- Verglichen wird über fünf Jahre und nicht über das erste Jahr, denn Betrieb, Wartung und Upgrades fallen bei den drei Varianten sehr unterschiedlich an.
- Am Ende steht eine Entscheidungsvorlage für Ihre Gremien: die Empfehlung mit Begründung und eine Skizze des Migrationswegs.
Wie eine solche Einordnung bei uns abläuft, ist einmal auf der SAP-Übersicht beschrieben. So arbeiten wir – der gemeinsame Rahmen
Was am Ende vorliegt
- Eine schriftliche Empfehlung mit nachvollziehbarer Begründung
- Eine Gegenüberstellung der Kosten über fünf Jahre
- Eine grobe Migrationsskizze mit Zeitachse
Was wir nicht tun
- Wir betreiben keine Systeme und verkaufen keine Lizenzen. Unsere Empfehlung hängt deshalb nicht davon ab, was danach bestellt wird.
- SAP-Basis-Tätigkeiten übernehmen wir nicht. Migration und Betrieb liegen beim Hosting- und Implementierungspartner, mit dem wir die Empfehlung gemeinsam in die Praxis bringen.
Typische Fragen
- Sind unsere Daten in der Cloud sicher?
- Die Rechenzentren sind wählbar, auch innerhalb der EU. Die eigentliche Frage ist weniger technisch als vertraglich: Wer darf worauf zugreifen, was passiert bei Vertragsende, welche Nachweise erhalten Sie? Das gehört ins Konzept und nicht ins Kleingedruckte.
- Verlieren wir unsere Eigenentwicklungen?
- In der Private Edition bleiben sie grundsätzlich möglich. Angepasst werden müssen sie beim Umstieg auf S/4HANA ohnehin, und SAP erwartet auch dort zunehmend einen sauberen Kern. Für die Public Edition gilt, was oben unter dem Verzicht auf Anpassungen steht.
- Wird es billiger?
- Nicht automatisch. Public ist im Betrieb günstiger; Private verlagert Kosten von der Investition in die laufende Miete. Was für Sie gilt, zeigt die Fünf-Jahres-Rechnung.
Erstgespräch zur Betriebsform
Vor welcher Entscheidung stehen Sie – und bis wann? Im Erstgespräch sagen wir Ihnen offen, ob eine ausführliche Bewertung nötig ist oder die Antwort vielleicht schon klar ist. Das gilt auch, wenn Sie als Beratungshaus die Betriebsform für einen Kunden bewerten: Dann sitzen wir mit Ihrem Team am Tisch.