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4TrustConsulting GmbH
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19. September 2026

Im Einkauf ist nicht mehr das Budget die Hürde, sondern die Einführung

Eine von SAP unterstützte Studie zeigt: Einkaufsverantwortliche sehen das größte Hindernis der digitalen Transformation nicht mehr im Geld, sondern darin, neue Technik in Prozesse, Daten und Organisation zu bringen.

Was ist passiert

Im SAP News Center vom 17.09.2026 zieht SAP Bilanz über fünf Jahre der von ihr unterstützten Studienreihe von Economist Enterprise – die aktuelle Ausgabe befragte 2.648 Führungskräfte in 23 Ländern – und nennt als auffälligste Verschiebung, dass 2022 noch 30,2 Prozent das Budget als größte Hürde der digitalen Transformation im Einkauf sahen, während 2026 für 71,7 Prozent die Einführbarkeit an erster Stelle steht.

Wen betrifft es

Wenn Sie in einem Konzern ein S/4HANA-Programm verantworten, in dem der Einkauf – mit SAP MM oder Ariba – ein Baustein unter vielen ist, dann beschreibt die Studie ein Muster, das Sie vermutlich aus dem eigenen Lenkungskreis kennen: Das Geld ist bewilligt, und trotzdem stockt es. Das betrifft deshalb vor allem die Programmleitung und den CFO-Bereich, denn die Frage „Können wir es uns leisten?“ ist beantwortet, und über den Erfolg entscheidet die Frage „Bekommen wir es in unsere Prozesse, Daten und Organisation?“ Dazu passt ein zweiter Befund: Das Vertrauen, dass der Einkauf die digitale Transformation mitprägt, ist binnen eines Jahres von 91 auf 68 Prozent gesunken – der Fachbereich ist besser eingebunden als früher, aber Sichtbarkeit ist noch kein Einfluss.

Was ist zu tun

Wer eine Einführung im Einkauf plant oder gerade mittendrin steckt, sollte die Einführbarkeit als eigene Größe behandeln und nicht als Restposten hinter Lizenz- und Implementierungskosten. Konkret heißt das: vor dem Start ehrlich prüfen, wie sauber Lieferanten- und Materialstammdaten wirklich sind, welche Freigabe- und Bestellprozesse länderübergreifend gleich laufen sollen und welche bewusst nicht, und wer im Fachbereich die Zeit hat, Entscheidungen zu treffen, wenn das Programm sie braucht. Und im Business Case den Nutzen an Prozesse binden, die nach dem Go-live tatsächlich anders laufen – nicht an die Verfügbarkeit einer Funktion.

Unsere Einschätzung

Die Zahlen stammen aus einer von SAP unterstützten Erhebung – wir lesen den Vergleich über fünf Jahre deshalb als Richtung, nicht als exakte Verschiebung. Die Richtung halten wir allerdings für richtig, weil sie zu dem passt, was wir aus großen SAP-Programmen kennen: Selten scheitert eine Einführung daran, dass eine Funktion fehlt oder das Budget nicht reicht, sondern daran, dass Fachbereich, IT und Implementierungspartner unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was „fertig“ bedeutet. Der Implementierungspartner kann nur einführen, was der Fachbereich entschieden hat, und der Fachbereich kann nur entscheiden, was ihm verständlich vorgelegt wird – diese Übersetzung zwischen beiden ist aus unserer Sicht das, was „Einführbarkeit“ in der Praxis meint. Wer sie im Programm mit Zeit und erfahrenen Köpfen ausstattet, statt sie den Beteiligten nebenbei zuzumuten, hat den größten Hebel dafür, dass bewilligtes Geld auch zu einem laufenden Prozess wird.

Quellen

Einordnung von 4Trust zum Stand des genannten Datums; der Anlass ist laut der oben verlinkten Quelle wiedergegeben. Der Beitrag ist eine allgemeine Einschätzung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern entgegen: info@4trust-consulting.com.