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4TrustConsulting GmbH
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11. September 2026

Agentic AI soll die Kostenlogik von SAP-Transformationen verändern

SAP und eine unabhängige SAP-Beratung stellen die Annahme infrage, dass sich bei ECC-zu-S/4HANA-Migrationen nur zwei von drei Zielen – Tempo, Qualität, Kosten – gleichzeitig erreichen lassen.

Was ist passiert

Im SAP News Center vom 21.08.2026 stellen SAP und eine unabhängige SAP-Beratung eine Analyse von rund 180 typischen Migrationsaktivitäten vor und beziffern das Einsparpotenzial durch KI-Unterstützung auf etwa 60 Prozent; SAP selbst nennt für die eigenen Transformationsprogramme eine angestrebte Aufwandsreduktion von rund 35 Prozent.

Wen betrifft es

Konzerne, die noch auf ECC laufen und eine S/4HANA-Transformation planen oder gerade budgetieren. Relevant ist der Beitrag vor allem für die Programmleitung und den CFO-Bereich, weil er nicht an der Technik ansetzt, sondern an der Wirtschaftlichkeitsrechnung eines Programms – also an genau den Zahlen, mit denen ein Business Case gegenüber dem Vorstand vertreten wird.

Was ist zu tun

Wer eine Transformation in den nächsten zwölf bis 24 Monaten plant, sollte die eigene Aufwandsschätzung nicht unverändert aus einem Vorgängerprogramm übernehmen, sondern für die Bausteine mit dem höchsten Wiederholungsanteil – Analyse von Custom Code, Abgleich gegen Standardfunktionen, Testfallerstellung – explizit prüfen lassen, wo KI-gestützte Vorarbeit sinnvoll einsetzbar ist und wo nicht. Ebenso wichtig: sich von Anbietern die zugrunde liegende Rechnung zu einer solchen Einsparquote zeigen lassen, statt die Prozentzahl allein als Angebotsargument zu übernehmen.

Unsere Einschätzung

Die These, KI erzeuge zunächst eine „80-Prozent-Lösung“, die erfahrene Berater dann prüfen und verfeinern, halten wir für plausibel, aber nur dort, wo überhaupt genug vergleichbare Altfälle vorliegen, aus denen ein Modell lernen kann – bei stark individuellem Custom Code dürfte das nicht gleichmäßig gelten. Die 60-Prozent-Zahl ist das Ergebnis der im Artikel vorgestellten Analyse; eine unabhängige Überprüfung nennt der Artikel nicht. Deshalb gilt: als grobe Richtung für „wo lohnt sich ein Pilotversuch“ ist sie brauchbar, als feste Kalkulationsgrundlage für einen Business Case zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht. Aus unserer Sicht verschiebt sich der Engpass in Transformationsprogrammen dadurch weniger in Richtung Technik als in Richtung Entscheidungsqualität: Wenn Vorarbeiten schneller entstehen, wird die Validierung durch erfahrene Berater zum eigentlichen Flaschenhals – ein Punkt, den Programme bei der Personalplanung mitdenken sollten, bevor sie eine pauschale Laufzeitverkürzung in den Zeitplan schreiben.

Quellen

Einordnung von 4Trust zum Stand des genannten Datums; der Anlass ist laut der oben verlinkten Quelle wiedergegeben. Der Beitrag ist eine allgemeine Einschätzung und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Hinweise auf Fehler nehmen wir gern entgegen: info@4trust-consulting.com.