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SAP BTP: die Frage ist nicht ob, sondern was

Jede S/4HANA-Landschaft hat Anforderungen, die der Standard nicht abdeckt. Früher wurden sie frei in den Kern programmiert; heute gibt SAP dafür klare Wege vor: Erweiterungen im Kern über freigegebene Schnittstellen, Erweiterungen daneben auf der SAP Business Technology Platform – oder der bewusste Verzicht, wenn der Standard reicht. Diese Entscheidung zu treffen, bevor der erste Entwickler beauftragt wird, ist der eigentliche Hebel für ein System, das auch in fünf Jahren noch wartbar ist.

Wir entwickeln nicht auf der BTP – und genau deshalb können wir unabhängig einordnen, was dorthin gehört. Unsere Aufgabe ist die Bewertung: Welche Eigenentwicklung braucht es überhaupt noch, welche wird zur Erweiterung auf der Plattform, welche verschwindet im Standard.

Woran Sie merken, dass Sie das brauchen

Die Frage nach der BTP stellt sich selten von allein. Typische Auslöser:

  • Sie stehen vor der S/4HANA-Transformation und haben mehrere hundert Eigenentwicklungen, von denen niemand sagen kann, welche noch gebraucht werden.
  • Sie ziehen die Public Edition in Betracht – dort sind Änderungen am Kern nicht vorgesehen, und Erweiterungen laufen über Key-User-Werkzeuge, freigegebene Schnittstellen oder die Plattform.
  • Ihr Implementierungspartner schlägt eine Erweiterung auf der BTP vor, und Sie möchten unabhängig beurteilen, ob sie nötig ist.
  • Schnittstellen zu Partnern, Kunden und Behörden mehren sich, und jede wird anders gebaut.

Was die Plattform ist – und was nicht

Die SAP Business Technology Platform bündelt die Werkzeuge, mit denen S/4HANA erweitert und integriert wird, ohne den Kern zu verändern: Erweiterungen neben dem System („Side-by-Side“), die Integration Suite für Schnittstellen, Datenplattform und Analytik sowie die Grundlage für die KI-Funktionen von SAP. Der Gedanke dahinter heißt Clean Core: Der Standard bleibt aktualisierbar, Individuelles lebt daneben.

Die BTP ist kein Selbstzweck und kein Ersatz für eine Prozessentscheidung. Wer eine schlechte Eigenentwicklung auf die Plattform verlagert, hat eine schlechte Eigenentwicklung auf der Plattform. Die Frage lautet deshalb immer zuerst: Braucht es diese Funktion, und deckt sie der Standard nicht doch ab?

Wie wir Ihre Eigenentwicklungen sortieren

  • Zuerst zählen wir, was im System liegt, wie oft es aufgerufen wird und welcher Prozess davon abhängt. Erfahrungsgemäß ist ein erheblicher Teil seit Jahren ohne Verwendung.
  • Jede verbleibende Entwicklung landet in einer von vier Kategorien: Sie entfällt, weil der Standard sie ersetzt; sie wird als saubere Erweiterung im Kern über freigegebene Schnittstellen neu gebaut; sie wandert auf die Business Technology Platform; oder sie bleibt ausnahmsweise als klassische Anpassung, weil es keinen anderen Weg gibt.
  • Diese Einstufung trifft nicht die IT allein. Sie gehört zu den Fachbereichen, die die Entwicklung heute benutzen – sonst verschwindet mit dem Code auch ein Arbeitsschritt, den jemand gebraucht hat.
  • Neben der Empfehlung erhalten Sie Leitplanken für künftige Anforderungen, an denen sich Ihr Team und Ihr Implementierungspartner ausrichten können.

Der Dreischritt dahinter gilt für alle unsere Einordnungen und ist auf der SAP-Übersicht beschrieben. So arbeiten wir – der gemeinsame Rahmen

Von Ihrer Seite brauchen wir die Fachbereiche, die die Entwicklungen nutzen, jemanden aus der IT, der die Landschaft kennt – und die Bereitschaft, sich von Gewohntem zu trennen, wenn der Standard es ersetzt.

Was am Ende vorliegt

  • Eine bewertete Liste Ihrer Eigenentwicklungen: entfällt, Erweiterung im Kern, Erweiterung auf der Plattform, bleibt als Ausnahme
  • Eine schriftliche Empfehlung mit Begründung, die vor Ihren Gremien und Ihrem Implementierungspartner Bestand hat
  • Leitplanken, nach denen künftige Anforderungen eingeordnet werden – damit die Liste nicht wieder wächst

Was wir nicht tun

  • Wir entwickeln nicht auf der BTP und betreiben keine Plattformkomponenten. Unsere Leistung ist die Einordnung – unabhängig davon, was danach gebaut wird.
  • Wir empfehlen keine Erweiterung, deren Prozess wir nicht verstanden haben. Erst die Fachfrage, dann die Technik.

Typische Fragen

Brauchen wir die BTP, wenn wir On-Premise bleiben?
Nicht zwingend, aber der Clean-Core-Gedanke gilt auch dort. Wer Erweiterungen aus dem Kern heraushält, kommt bei jedem Upgrade schneller und günstiger durch. Die Plattform ist der von SAP vorgesehene Ort dafür; ob sie für Sie der richtige ist, klären wir in der Bewertung.
Wird das nicht teurer als eine Entwicklung im Kern?
Im ersten Moment oft ja, über die Laufzeit meist nein. Entwicklungen im Kern kosten bei jedem Upgrade und jedem Test erneut. Wir rechnen beides über fünf Jahre gegen, nicht nur den Erstaufwand.
Wer entwickelt die Erweiterungen dann?
Ihr Implementierungspartner oder Ihr eigenes Team. Wir liefern die Bewertung und die Leitplanken, prüfen die Ergebnisse gegen die Anforderungen und halten gemeinsam mit dem Team die Leitplanken ein, damit der Kern sauber bleibt.
Wie hängt das mit SAP Business AI zusammen?
Die KI-Funktionen von SAP setzen auf der BTP auf. Wer die Plattform bereits eingeordnet hat, kann Business AI später einfacher bewerten – ein Grund mehr, die Entscheidung nicht dem Zufall zu überlassen.

Erstgespräch zur Erweiterungsstrategie

Wie viele Eigenentwicklungen liegen in Ihrem System, und wer kann sagen, was davon gebraucht wird? Wenn Sie bei der zweiten Frage zögern, ist das ein guter Anlass für ein Gespräch. Wer diese Bewertung als Beratungshaus für einen Kunden vorbereitet, bekommt von uns dieselbe Einordnung – dann im Auftrag des Partners.

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